Freitag 20. April im Jahre des Herrn 2018:

Ein Tag wie jeder andere zu Beginn eines jeden Lagers. Die Hänger wurde schweißtreiben beladen, um anschließen wieder unter wilden Flüchen entladen zu werden, damit der ganze Schlonz, pardon, Kemenatenparcours errichtet werden konnte. Während man also, die Tetrismelodie summend, Balken für Balken aus den kastenförmigen Vasallen entnahm, schritt man an anderer Stelle mit dem Lagerplan im Kopfe zur Tat: Wohin mit der Feuerstelle? Welches Zelt kommt wo hin? Wo kommt der Baldachin hin? Scheiße, wo sind die Heringe? Und so weiter und so weiter…

Unzählige Wutattacken und Tobsuchtsanfälle später ward der Kemenatenparcours errichtet und alle dreckig, aber glücklich. Man konnte sich nun der Völlerey und Sauferey widmen und außer einigen Touristen stand nichts mehr im Wege. Na dann Prost!


Samstag 21. April im Jahre des Herrn 2018:

Nach dem Erwachen und routinemäßigen Striegeln des eigenen Antlitzes, bereitete man das gemeinsame Frühstück zu. Schwarze, dampfende Plörre, teils mit Milch und Zucker garniert, wurde unter den Chaoten verteilt und der ein oder andere Recke biss genüsslich in seine Backschnitte mit eingekochtem Obst auf Kuhprodukt. (Auf deutsch: Brot mit Marmelade und Butter). 3 Freiwillige wurden auserkoren, um auf die lebensnotwendige Jagd zu gehen und den Einkauf zu erlegen, ähm erledigen. In voller Montur stieg man ins Stahlross, um das nahegelegene Marktviertel aufzusuchen. Brandschatzen war nicht drin, also mussten wir Gerstensaft, Hasenfutter und totes Getier mit unseren ersparten Silberlingen auslösen. Also einpacken und zurück ins Lager.

Nachdem der Beifang verräumt war, wurde auch schon der Markt eröffnet und die Touristen (deutsch: Besucher) strömten ein.

Auf dem Markt waren etliche Händler vertreten: Schmuck, Gewand und Tand, Waffen, Gewürze, Räucherwerk, Leberbalsam (Alkohol), Tavernen, Färberei und Wahrsager, alles war dort zu finden. Etliche Gleichgesinnte lagerten mit uns auf dem Areal und man traf viele bekannte Gesichte und es wurde geplaudert.

Nach dem Abendessen und der Torwachenschicht, kam der Traubensaft für das Volk auf den Tisch und es wurde gelacht, gesungen, diskutiert und schnabuliert. Der Abend klang friedlich aus und die ersten entschwanden mit runden Absätzen in ihre Kemenaten. Gute Nacht Speyer!


Sonntag 22. April im Jahre des Herrn 2018:

Wo ist mein Kopf und warum ist der so groß? Der Traubensaft war schlecht, das kann gar nicht anders gewesen sein. Nachdem man halbwegs wieder hergestellt war, wiederholte sich das Morgenritual vom Samstag inklusive Striegeln, schwarze Plörre und Co. Nach der Markteröffnung stürzten sich die Maiden und Bälger in das Getümmel, um die schwerverdienten Silberlinge der Recken an die Händler zu bringen. Räucherwerk, Schmuck, Köstlichkeiten vom Dattelschlepper, alles wurde eingekauft. Doch angesichts der warmen Witterung gingen wir es am Sonntag gemütlich an und betrachteten neugierig die Touristen, die staunend an den Lagern vorbei zogen. Die Zeit ging schnell um und ehe wir uns versahen, hieß es Aufbau rückwärts, ergo Abbau. Wie immer unter Tobsuchtsanfällen und Wutattacken, denn normal kann jeder. Gegen 21 Uhr war Abfahrt und wir haben uns alle in unseren heimischen Gefilden eingefunden.

 

Fazit: Ein schöner Markt, viele Menschen, die man gerne wiedergesehen hat und vor allem tolles Wetter. Bis nächstes Jahr Speyer!

Geschrieben von Pfälzer Schandmaul